Reproduktionsmedizin: FDP will Eizellspende erlauben

Die FDP fordert einen offeneren Umgang mit den Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin. In einem Beitrag für die Bayerische Staatszeitung spricht sich FDP-Generalsekretär Daniel Föst dafür aus, die Eizellspende in Deutschland zu erlauben. Der Staat solle Paare mit Kinderwunsch unterstützen statt ihnen Steine in den Weg zu legen.

Der Beitrag von Daniel Föst im Wortlaut:

Kinderwunsch und Familienplanung sind äußerst persönliche Themen, doch gerade hier greift der Staat tief in das Selbstbestimmungsrecht seiner Bürger ein. Das deutsche Embryonenschutzgesetz, das reproduktionsmedizinische Verfahren reguliert, ist 27 Jahre alt. Es trägt weder dem medizinischen Fortschritt  der vergangenen drei Jahrzehnte Rechnung noch der gesellschaftlichen Debatte, die sich deutlich weiterentwickelt hat.

Dass sich Paare, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, moderner medizinischer Möglichkeiten bedienen, ist längst alltäglich. Häufig sind sie jedoch gezwungen, die Behandlung im Ausland durchführen zu lassen – weil unser Embryonenschutzgesetz bestimmte Methoden verbietet. Etwa die Eizellspende, durch die auch Frauen, in deren Eierstöcken keine Eibläschen heranreifen, schwanger werden können.

Warum schließt der Gesetzgeber Frauen, die keine eigenen Eizellen produzieren können, von den Möglichkeiten einer künstlichen Befruchtung aus? Warum treibt er deutsche Paare zum „Befruchtungstourismus“ außer Landes? Warum dürfen Männer zwar Samen spenden, Frauen aber keine Eizellen? Warum legen die gleichen Politiker, die stets die niedrige Geburtenrate beklagen, den Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen als ein Kind, Steine in den Weg?

Die FDP fordert einen offeneren Umgang mit den Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin. Das Embryonenschutzgesetz gehört modernisiert und die Eizellspende legalisiert. Anstatt sich dem Thema einfach zu verweigern sollte Deutschland durch hohe medizinische und rechtliche Standards Maßstäbe setzen. So sollten Eizellspenderin und Empfängerin umfassend untersucht, psychosozial beraten und objektiv über Erfolgsaussichten sowie mögliche Risiken aufgeklärt werden.

Ungewollte Kinderlosigkeit ist für die betroffenen Paare eine enorme Belastung, der Weg zum Wunschkind oft steinig. Der Staat sollte hier unterstützend wirken anstatt zusätzliche Hürden aufzubauen.


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