Aschermittwoch der Freien Demokraten

Selbstbewusst haben sich die Freien Demokraten beim Politischen Aschermittwoch in Dingolfing präsentiert. Nicola Beer und Albert Duin nahmen die politische Konkurrenz aufs Korn und stellten das liberale Gegenangebot vor. „Wir trauen den Bürgern etwas zu und begreifen Fortschritt und Veränderung als Chance und nicht als Bedrohung“, sagte der FDP-Landesvorsitzende. Die Generalsekretärin betonte in ihrer Rede die Bedeutung bester Bildungschancen für alle.

Chancen für Existenzgründer

Duin kritisierte insbesondere Arbeitsministerin Andrea Nahles und den Regelungswahn der Großen Koalition. „Immer wenn Nahles ein neues Gesetz ankündigt, meldet ein Mittelständler in Deutschland aus purer Angst Insolvenz an“, so der FDP-Politiker. Die neue Arbeitsstättenverordnung beispielsweise sei „ein Stück aus dem Tollhaus“. Großkonzerne könnten die Vorschriften problemlos umsetzen, Unternehmensgründer müssten vor der Bürokratie jedoch kapitulieren. Die FDP sei die Interessenvertretung für alle Bürger, „die Ideen haben, die Mut haben, die etwas aufbauen und Verantwortung übernehmen wollen“. Für diese Menschen wolle die FDP Chancen schaffen statt bürokratischer Hürden.

Respekt vor dem Handwerk

Aufgeregt habe ihn jüngst Cem Özdemir, sagte Albert Duin in seiner Aschermittwochsrede. Der Grüne Parteichef hatte in einem Interview gesagt, er sei froh, dass er als Kind gutes Deutsch gelernt habe, sonst wäre er wohl „nicht Bundestagsabgeordneter sondern Kfz-Mechaniker“ geworden. Duin bezeichnete diese Aussage als „himmelschreiende Arroganz“. Weder seien Politiker die Krone der Schöpfung, noch könne Deutschland auf Handwerker verzichten. „Lasst mal alle KFZ-Mechaniker, alle  Klempner, alle Installateure, alle Lackierer, alle Dachdecker, alle Metzger und alle Bäcker ein halbes Jahr Urlaub machen“, rief der FDP-Politiker – „Deutschland würde stillstehen!“ Deshalb fordere er mehr Respekt gegenüber Handwerkern. „Ich habe noch nie einen Akademiker erlebt, der einen Nagel in die Wand diskutiert“, so Duin – irgendwann müsse jemand kommen und ihn reinschlagen.

Offenheit für Fortschritt

Generalsekretärin Nicola Beer sprach sich in ihrer Rede für mehr Fortschrittsfreundlichkeit aus. „Ich bin dafür, Technologiedebatten leidenschaftlich zu führen, aber doch nicht hysterisch“, sagte sie. Auch das rot-grüne Dogma in der Pädagogik ist der Freien Demokratin ein Dorn im Auge: „Wir müssen die Schulen von der Gleichmacherei befreien“, forderte Beer. Mit Blick auf ihre Fotos in der Zeitschrift GALA sagte sie augenzwinkernd: „Lieber drei Engel für Charlie als drei Bengel für Gabriel!“. Dem SPD-Wirtschaftsminister warf sie vor, den Unterschied zwischen Heinz Erhardt und Ludwig Erhard nicht verstanden zu haben.

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