4-Punkte-Plan zur Fachkräftesicherung

Bayern fehlen die Fachkräfte. Zu diesem Schluss kommt auch die IHK in ihrem aktuellen Fachkräftemonitor Bayern. Verglichen mit den Vorjahren wird der Mangel zudem immer größer. Aktuell fehlen nun 260.000 Fachkräfte über alle Branchen hinweg. Damit ist die Fachkräftelücke binnen Jahresfrist noch einmal um 15 Prozent gewachsen. Bis 2030 werden 542.000 Arbeitskräfte fehlen. Den finanziellen Wertschöpfungsverlust bis 2030 beziffert die IHK mit gigantischen 325 Milliarden Euro.

Martin Hagen, FDP-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, sieht hier dringenden Handlungsbedarf. Der Fachkräftemangel gefährde den Wirtschaftsstandort Bayern, betont er. Für Hagen ist es höchste Zeit zu handeln. „Die Politik muss gegensteuern. Handlungsbedarf besteht in der Bildungs-, Familien-, Renten- und Einwanderungspolitik“, so Hagen weiter.

Die FDP fordert deswegen ein Maßnahmenpaket zur Fachkräftesicherung mit vier Kernpunkten:

  1. Bildung: Es darf künftig kein Talent mehr vergeudet werden. Durch bessere frühkindliche Bildung, mehr Ganztagsschulangebote und individuelle Förderung sollen die Bildungschancen von Kindern aus sozial schwachen Familien verbessert werden. Wichtig für die Fachkräftesicherung ist auch die Stärkung der dualen Ausbildung: Die FDP fordert Investitionen in Berufsschulen und eine Exzellenzinitiative für berufliche Bildung. Freistellungen für Teil- oder Vollzeitfortbildungen sollen sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer finanziell attraktiver werden: Die Übernahme von Fortbildungskosten durch Unternehmen für ihre Mitarbeiter müssen voll als Betriebsausgaben anrechenbar sein und es darf keine Zurechnung als geldwerter Vorteil beim Arbeitnehmer erfolgen.
  2. Familienpolitik: Um die Erwerbsbeteiligung insbesondere von Frauen zu erhöhen, muss die Politik die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Die FDP fordert, dass Kindergärten, Krippen und Horte in Bayern auch außerhalb der Kernzeiten öffnen und sich an den Arbeitszeiten der Eltern orientieren. In Schulen muss es ab der 1. Klasse einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geben.
  3. Rente: Wir müssen das Potential und die Erfahrung älterer Arbeitnehmer nutzen. Statt mit Maßnahmen wie der Rente mit 63 die Frühverrentung zu fördern, fordert möchte die FDP einen flexiblen Übergang in den Ruhestand ermöglichen – durch die Abschaffung starrer Alters- und Hinzuverdienstgrenzen. Die Höhe der Rente muss an die durchschnittliche Lebenserwartung der jeweiligen Generation gekoppelt werden.
  4. Einwanderung: Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild, das den Zuzug von Fachkräften erleichtert. Erwerbsmigration soll flexibel und unbürokratisch durch die Nachfrage am Arbeitsmarkt gesteuert werden können. Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt muss durch die Abschaffung von Arbeitsverboten und eine konsequenten Anwendung der 3+2-Regelung erleichtert werden.

 


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