Flüchtlinge ausbilden statt abschieben

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat ein Bleiberecht für ausbildungswillige junge Flüchtlinge in Deutschland gefordert. Die bayerischen Liberalen unterstützen diesen Vorschlag: „Wir wären verrückt, wenn wir solche Leute, die wir brauchen, wieder weg schicken“, schreiben FDP-Landeschef Albert Duin und Prof. Randolf Rodenstock, Ehrenpräsident der Bayerischen Wirtschaft, in einem Positionspapier.

„Der Zuzug von Asylbewerbern wird von der Politik derzeit ausschließlich als Problem gesehen“, heißt es in dem Papier. „Tatsächlich kann Deutschland aber davon profitieren, wenn wir den Flüchtlingen hier Perspektiven eröffnen.“ Es seien überwiegend junge Menschen, die die Gefahren einer Flucht nach Europa auf sich nehmen – „Sie wollen keine Almosen, sondern eine Chance.“

Handwerk will Bleiberecht für ausbildungswillige Flüchtlinge

Flüchtlinge sollten so schnell wie möglich arbeiten und an Deutschkursen teilnehmen dürfen, fordern die Liberalen. Das Arbeitsverbot und die bürokratische Vorrangprüfung gehörten abgeschafft. „Für gut integrierte und qualifizierte Flüchtlinge sollten wir Möglichkeiten schaffen, unabhängig vom Ausgang ihres Asylverfahrens legal in Deutschland zu bleiben“, so Duin und Rodenstock.

Diese Forderung hatte am Samstag auch der Präsident des Deutschen Handwerks Hans Peter Wollseifer erhoben. Viele Handwerksbetriebe könnten schon jetzt Lehrlingsplätze nicht besetzen. Die Ausbildungsplätze könnte man künftig zum Teil mit Flüchtlingen besetzen – vorausgesetzt, diesen drohe nicht während der Ausbildung die Abschiebung. Der Handwerkspräsident sprach sich deshalb für ein Bleiberecht aus.

Demografischer Wandel gefährdet Deutschlands Wohlstand

Duin und Rodenstock warnen in ihrem Positionspapier vor den Folgen des demografischen Wandels: „In den kommenden zehn Jahren wird die Zahl der Personen im Erwerbsalter um mehrere Millionen zurückgehen. Dabei braucht unsere Wirtschaft dringend Arbeitskräfte, um Deutschlands Wohlstand langfristig zu sichern. Bereits heute fehlen den Unternehmen mehrere hunderttausend Fachkräfte.“ Auch die sozialen Sicherungssysteme seien auf Zuwanderung angewiesen: Die umlagefinanzierte Rente funktioniere nur, solange es genügend junge Menschen gebe, die den Ruhestand der Älteren durch ihre Beiträge finanzieren.

„Für uns zählt nicht, woher jemand kommt, sondern wohin er will“, so die FDP-Politiker. „Wenn wir es klug anstellen, kann Zuwanderung zum Konjunkturprogramm für die deutsche Wirtschaft werden, von dem alle profitieren.“

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